SPD-Musikabende im Kulturspeicher waren einfach nur schön

Super Stimmung, malerische Kulisse, schönes Wetter - die beiden SPD-Musikabend im Kulturspeicher haben richtig Spaß gemacht. Bilder: Schröder/Ukena

Leer – Kultur geht auch in Corona-Zeiten. Das meinen jedenfalls die Organisatoren der beiden Musik-Veranstaltungen im Garten des Leeraner Kulturspeichers: Insgesamt fast 100 Besucherinnen und Besucher kamen trotz oder vielleicht gerade wegen Corona in den malerischen Garten des Kulturspeichers zum Konzert mit der plattdeutsch singenden Bluesband Watt `n Platt und eine Woche später zur Lesung samt Livemusik bei der musikalischen Zeitreise in die 70er Jahre mit Onna Pohl, Heinz-Werner Stamm und Sebastian Kromminga.

„Es war für uns ein Experiment, das überaus gelungen ist. Es gelang, weil sich sehr viele Menschen in den Dienst der Sache gestellt haben“, meinten Anke Schlingmann und Heiner Schröder von der SPD-Initiative Moin Loga, die die kleine Reihe mit Unterstützung der vier SPD-Ortsvereine in der Stadt Leer organisiert hatten. Natürlich mit Abstand und unter Corona-Auflagen.

Watt `n Platt brachte die mehr als 40 Zuhörerinnen und Zuhörer am ersten Abend mit Pop- und Rock-Klassikern in Stimmung. Das Besondere daran: Die plattdeutschen Texte handelten von spannenden Ereignissen und ungewöhnlichen Menschen aus dem Rheiderland. Hans-Jürgen Santjer (Gesang, Harp, Kazou) Bernd van Geuns (Gitarre, Gesang) und Jürgen Helmerichs (Bass) spielten bis in die Dämmerung – ohne Gage übrigens, hinterher ging aber der Hut rum.

Bei der musikalischen Zeitreise war der Andrang so groß, dass die Plätze schon vor dem Veranstaltungstag ausgebucht waren. Die Mischung aus Erlebnissen in den Discos und Musikklubs der 70er Jahre, Musik vom original 70er Jahre Plattenspier und live gespielten Klassikern vom Weeneraner Sebastian Kromminga kam richtig gut an. Wieder ging hinterher der Hut rum – dieses Mal als Spende für das unter Corona leidende Zollhaus in Leer.

Die SPD in der Stadt Leer knüpfte mit der Reihe an Traditionen an. Als die SPD im 19. Jahrhundert gegründet wurde und wuchs, gab es keine Kultur für die Arbeiter – sie hatten weder Geld, noch Zeit oder ein Angebot. Dafür sorgten aber die SPD und Gewerkschaften mit Arbeiterchören, Arbeiter-Theater, Arbeiter-Sportvereinen und Arbeiterliedern und vielem mehr. „Heute ist die Situation anders. Aber wir meinen, dass unsere liebe kleine Stadt noch Kultur von unten, bunt und offen, gebrauchen kann. Außerdem wollten wir in Corona-Zeiten nicht nur von Solidarität reden, sondern auch konkret wenigstens ein bisschen helfen. Das ist gelungen, und alle hatten miteinander Spaß“, meinten Schlingmann und Schröder.

Die SPD-Initiative „Moin Kultur“ wird im nächsten Jahr weitere Veranstaltungen – abhängig von der Corona-Lage – anbieten. Die musikalische Zeitreise wird auf jeden Fall wiederholt. Geplant ist ein Auftritt im Sommer bei Bücher Borde in Loga. Hoffentlich ohne Corona.